Eignungsuntersuchungen für Arbeiten mit besonderen Gefahren


z.B.: Bedienung von fahrbaren Hubarbeitsbühnen, Containerstaplern, Pistenpflegegeräten

Die Fürsorgeflicht nach § 1157 ABGB überträgt dem Arbeitgeber auch die Verpflichtung zur Auswahl in fachlicher und körperlicher Hinsicht qualifizierter MitarbeiterInnen.

Nach § 62 ASchG „dürfen zu Arbeiten, die mit einer besonderen Gefahr für die damit Beschäftigten oder für andere Arbeitnehmer verbunden sind, nur Arbeitnehmer herangezogen werden, die hierfür geistig und körperlich geeignet sind.“

 

Arbeitshygienische Untersuchungen

Nach Auflassen der behördlich(amtsärztlich)en Kontrolle von Beschäftigten in Unternehmen „mit Umgang von Lebensmitteln“ durch Aufhebung des Bazillenausscheidergesetzes liegt die Feststellung der gesundheitlichen Eignung der MitarbeiterInnen in ausschließlicher Verantwortung des Arbeitgebers.

Wir bieten qualifizierte dem HACCP-System entsprechende –unter Berücksichtigung der Empfehlung des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen – arbeitshygienische Vorsorge- und Eignungsuntersuchungen.

Unsere spezifische arbeitsmedizinische Vorsorge- und Eignungsuntersuchung bietet sowohl einen Beitrag zur persönlichen Arbeitshygiene, ist aber auch zugleich essentieller Teil einer „guten Hygienepraxis“ im Sinne des HACCP-Systems.

Untersuchungsumfang:

  • Anamnese– Befragung über Vorerkrankungen, Beschwerden und Risikofaktoren (Lebensumstände)
  • Allgemeine ärztliche Untersuchung mit besonderer Berücksichtigung auf das Freisein von akuten und chronischen Infektionskrankheiten, Parasiten und sonstigen ekelerregenden Krankheiten
  • Bakteriologisch-serologische Untersuchung – Feststellung des Freiseins von Erregern der bakteriellen Lebensmittelvergiftung des Paratyphus der übertragbaren Ruhr und des Bauchtyphus sowie von Hepatitis A, B und C
  • Röntgenuntersuchung zur Erkennung von Tuberkulose (bei Schwangeren uberkulinprobe nach Mendel-Mantaux)
  • Zusammenfassende Beurteilung und Befundbericht

Untersuchungen für Taucharbeiten

nach der gem. § 119 ASchG in Gesetzesrang stehenden Druckluft- und Taucharbeiten-Verordnung.

Diese Untersuchung dient zur Eignungsabklärung bei Arbeiten unter Wasser, bei denen die Beschäftigten über ein Tauchgerät mit der erforderlichen Atemluft versorgt werden.


Untersuchungsumfang:

  • Allgemeine Anamnese, Arbeitsanamnese, Beschwerden

  • Blut

  • Ergometrie

  • Spirometrie

  • Gehöhruntersuchung

  • Röntgen des Thorax

Dauer: 60 min

Folgeuntersuchung: 1 Jahr

Strahlenschutzuntersuchungen

Ziel ist das Vermeiden von Strahlenschäden durch die krebserzeugenden, mutagenen bzw. erbgutverändernden Wirkungen ionisierender Strahlen. Geschützt werden vor allem Patienten, die Gesamtbevölkerung speziell aber auch beruflich strahlenexponierte Personen.

Beruflich strahlenexponierte Personen sind den Regelungen des Strahlenschutzgesetzes

  • zur Dosisüberwachung
  • zum Führen eines Strahlenpasses
  • über Meldungen an das Strahlenschutzregister und
  • zur Durchführung spezieller arbeitsmedizinischer Untersuchungen unterworfen.

 

Die Ergebnisse der ermittelten Personendosis und die Ergebnisse der arbeitsmedizinischen Untersuchungen werden im Strahlenpass dokumentiert, neben weiteren Angaben zur Strahlenquelle und zum Betrieb im Strahlenschutzregister erfasst. Beruflich strahlenexponierte Personen werden in Abhängigkeit von der Höhe der Exposition je Kalenderjahr in Kategorie A oder B unterteilt.

Angesichts der bekannten stochastischen Wirkung ionisierender Strahlen besteht für strahlenexponierte Personen die gesetzliche Pflicht einer regelmäßigen – einmal jährlichen –arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung bzw. nach Endigung der strahlenexponierten Tätigkeit einer Enduntersuchung zu unterziehen.

Einwirkungs- bzw. Anwendungsbereiche:

  • Sterilisation von Lebensmitteln und Medikamenten
  • Nuklearmedizin in Diagnostik (Isotopendiagnostik) und Therapie (Bestrahlung)
  • Arbeiten in mit Radon-222 kontaminierten Bereichen am Bau
  • Kosmische Strahlung bei fliegenden Personal
  • Gefahrguttransporte
  • Entsorgung (kontaminierter Sondermüll)

Schweißrauch

Zu beachten ist, dass beim Schweißen aufgrund der eingesetzten Materialien und verwendeten Verfahren eine Untersuchungspflicht auf Einwirkung von Schweißrauch, zumeist nur subsidiär gegeben ist. Entscheidend für die Art der verpflichteten Untersuchung sind die verwendeten Materialien und die eingesetzten Schweißverfahren. Es ist daher davon auszugehen, dass beim Schweißen Untersuchungsverpflichtungen auf Einwirkung von Aluminium, Mangan, Nickel, Chrom VI, Kobalt, Kadmium, Blei oder Isocyanaten vorliegen können.

Untersuchungsumfang:

  1. Allgemeine Anamnese, Arbeitsanamnese, Beschwerden
  2. Befunderhebung:
    • Allgemeine ärztliche Untersuchung
    • Lungenfunktion
    • Röntgen (p.a.-Aufnahme und eine seitliche Röntgenaufnahme der Thoraxorgane) nur bei Erstuntersuchung

 

Röntgebilder, die diesen Anforderungen entsprechen und nicht älter als ein Jahr sind, können zur Beurteilung herangezogen werden. Die Beurteilung hat nach ILO-Kriterien zu erfolgen.

Dauer: 30-60 Minuten (ohne Röntgen)

Folgeuntersuchung: 2 Jahre